Hitzeschlacht mit Happy End: Fritsch und Krüger führen Eagles zum dritten Sieg
Die Ladies der Reutlingen Eagles behalten auch nach dem dritten Spieltag der German Football League 2 (GFL Women 2), die zweithöchste Spielklasse in Deutschland, ihre weiße Weste. In einem dramatischen Overtime-Krimi setzten sich die Eagles vor heimischem Publikum mit 12:6 gegen die Allgäu Comets durch und bleiben damit ungeschlagen.
Bei tropischen Temperaturen von weit über 36 Grad und brennendem Sonnenschein erlebten die zahlreichen Zuschauer im „Eagles Nest“, Football-Kunstrasenplatz, an der Reutlinger Kreuzeiche eine wahre Abwehr- und Hitzeschlacht im Gipfeltreffen der beiden bislang ungeschlagenen Teams der Gruppe Süd-West.
Eagles-Defense dominiert und lässt kaum Raumgewinn zu
Vor allem die Defensive der Eagles schien die sengende Hitze kaum zu spüren. Von Beginn an setzte sie ein Ausrufezeichen nach dem anderen. Mara Ott, Ann-Kathrin Müller, Kristin Hinderer, Lea Jostes und Jasmin Wellbrinck sorgten gemeinsam für fünf Tackles for Loss und zahlreiche weitere Stops, die die Comets-Offensive früh ausbremsten. Am Ende gelang den Reutlingerinnen ein nahezu unglaubliches Kunststück: Sie hielten die Gäste aus dem Allgäu, über das gesamte Spiel, bei minus einem Rushing Yard.
Doch auch die Footballerinnen aus Kempten präsentierten sich auch als echte Spitzenmannschaft. Mit einer kompakten und aggressiven Defensive ließen sie die Eagles-Offense kaum zur Entfaltung kommen. Jeder Raumgewinn musste hart erarbeitet werden, beide Teams wurden immer wieder zum Punten gezwungen. Folgerichtig ging es mit einem seltenen 0:0 in die Halbzeitpause.
Fritsch bricht den Bann
Im dritten Viertel brach Running Back Clara Fritsch schließlich den Bann. Mit einem ihrer gewohnt explosiven Läufe nahm sie Fahrt auf, ließ mehrere Gegenspielerinnen stehen und sprintete nach einem unwiderstehlichen 40-Yard-Run in die Endzone – die ersten Punkte des Tages und die 6:0-Führung für die Eagles. Doch die Gäste aus dem Allgäu hatten die passende Antwort parat. Vivien Henke fand den Weg in die Endzone und stellte mit ihrem Touchdown im letzten Viertel auf 6:6 – die Entscheidung musste in der Overtime fallen. Selbst in der Verlängerung schenkten sich beide Mannschaften keinen Zentimeter.
Krüger erlöst die Eagles in der zweiten Overtime
Die Defensivreihen dominierten weiterhin das Geschehen, jeder Versuch wurde mit aller Konsequenz verteidigt. Erst in der zweiten Overtime fiel die Entscheidung: Eagles-Quarterback Mareike Krüger behielt die Nerven, fand eine Lücke in der Comets-Verteidigung und lief zum umjubelten spielentscheidenden Touchdown in die Endzone – 12:6. Nach mehr als drei Stunden Spielzeit war die Hitzeschlacht entschieden. Die Reutlingen Eagles durften einen hart erkämpften Sieg bejubeln, während die Allgäu Comets trotz der Niederlage großen Respekt verdienten. Die Gäste lieferten den Eagles bislang den wohl härtesten Kampf der Saison, warfen alles in die Waagschale und kämpften bis zur letzten Sekunde. Es war Football in seiner reinsten Form: intensiv, körperbetont und von gegenseitigem Respekt geprägt. Nach dem Abpfiff klatschten sich beide Teams fair ab: erschöpft, aber mit dem Wissen, Teil eines ganz besonderen Spiels gewesen zu sein.
Eagles-Head-Coach Moritz Lindmeier
„Was für ein Krimi, besser lässt sich dieses Spiel kaum beschreiben. Allgäu war bislang wirklich unser stärkster Gegner. Sie haben eine starke Defense, eine starke Offense und sehr gute Special Teams. Beide Defensivreihen machten den jeweiligen Offenses das Leben extrem schwer und schenkten keinen einzigen Yard her. So musste jeder Raumgewinn hart erkämpft werden, und beide Teams wurden immer wieder zum Punten gezwungen. Im dritten Quarter gelang Clara Fritsch schließlich der erlösende Touchdown zum 6:0 für uns. Doch Allgäu konnte im vierten Quarter, nur eine Minute vor Schluss, ausgleichen. In der zweiten Overtime erzielte dann Mareike den spielentscheidenden und erlösenden Touchdown. Es war ein absolut verrücktes Spiel unter sehr schwierigen Bedingungen“, bilanzierte Eagles-Head-Coach Moritz Lindmeier.
Eagles-MVP
Offense: Mareike Krüger und Clara Fritsch zeichneten gemeinsam für beide Touchdowns verantwortlich und sorgten zudem mit wichtigen Raumgewinnen immer wieder für neue First Downs. Damit waren sie die entscheidenden Schlüsselspielerinnen der Eagles-Offense.
Defense: Mara Ott setzte mit sechs Solo-Tackles, drei Assisted-Tackles und einem Tackle for Loss ein Ausrufezeichen. An vorderster Front dominierten zudem Ann-Kathrin Müller und Jasmin Wellbrinck das Geschehen. Die beiden Defensive-Linemen sammelten jeweils zwei Tackles und einen Tackle for Loss, während Wellbrinck zusätzlich einen Quarterback-Sack beisteuerte. Das Trio war ein wesentlicher Garant dafür, dass die Allgäuer Offensive kaum ins Rollen kam und immer wieder gestoppt wurde.
Tabellenplatz eins gefestigt
Mit drei Siegen aus drei Spielen behaupten die Ladies der Reutlingen Eagles die Tabellenspitze der GFLW2 (Gruppe Süd-West). Weiter geh es am 4. Juli mi einem Auswärtsspiel bei der SG Cowboys/Razorbacks München.
Text: Gio
Foto: TB-Photo
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