Auch im zweiten Auswärtsspiel der noch jungen American Football Saison des Jahres 2017 konnten die Eagles nicht den ersehnten ersten Sieg einfahren. Nach einer spielfreien Woche traten die SSV Footballer am Samstag bei den Offenburg Miners an. Nach langer Anfahrt und guter Stimmung brauchte es dann nicht lange, bis diese verflogen war. Bereits von Beginn an gerieten die Eagles unter Druck, dem sie nicht standhalten konnten. Die starke Offensive der Miners erhielt nach dem Münzwurf zuerst den Ball und zeigte, dass mit den Offenburgern dieses Jahr im Meisterschaftsrennen zu rechnen ist. Geschickt nutzten sie mit ihrem pfeilschnellen Running Back Schwächen in der Reutlinger Defensive aus und kamen nach wenigen Minuten zur 6:0 und nach verwandelter 2-Point Conversion, also einem weiteren Touchdown von der zwei Yard Linie anstatt einem Field Goal, auf eine 8:0 Führung. Diesen Schock konnte die SSV Offensive nicht ins Lot rücken, die, wie schon in Heidelberg, durch individuelle Fehler und fehlende Absprache negativ auffiel.

Auch in den darauffolgenden Drives wurde das Spiel auf Reutlinger Seite nicht besser. Offenburg dominierte nach Belieben und kamen durch die schnellen, stark vorgetragenen Runs immer wieder in Scoring Distanz. Auf der anderen Seite konnte die SSV Offensive nur durch Ballverluste Aufsehen erregen und brachte sich somit immer wieder selbst um Chancen den Offenburgern in Sachen Punktestand etwas entgegen zu setzten. Die vielen Strafen gegen die unkonzentrierten Reutlinger taten das Ihre um aufblitzende Funken guten Spiels sofort wieder zu ersticken. Völlig verdient gingen die Miners dann nach der ersten Halbzeit mit einer für die Eagles ernüchternden 30:0 Führung in die Pause.

Wo gegen Heidelberg noch Hoffnung keimte, war es diese Woche schwer für die Coaches die Mannschaft zu motivieren. Die Qualität des Reutlinger Headcoaches Michael Häring zeigte sich aber gerade in diesem Moment. Ohne die Hoffnung auf eine Aufholjagd, stellte er sein Team trotzdem positiv ein und ermahnte seine Spieler zur Charakterstärke. Diese nahmen Härings Worte an. Die Defensive zeigte es zuerst. Gegen siegessichere Offenburger forcierten das Herzstück der Eagles mehrere kurze, nicht erfolgreiche Drives, einige davon nur drei Spielzüge lang. Hier konnten besonders die starken Safeties Lukas Grampp und Kai Singer überzeugen, die bis auf anfängliche Fehler ein rießen Spiel zeigten. Lukas Grampp war an diesem Spieltag mit 10,5 Tackles der stärkste Mann auf dem Feld, Kai Singer konnte mit wenigen, aber entscheidenden Tackles unterstützen, platzierte zusätzlich lange Punts, die die gegnerische Offensive einschränkten und konnte spät im Spiel sogar einen Onside Kick für Reutlingen gewinnen, also den Versuch nach einem Punkterfolg den Ball nicht an den Gegner abgeben zu müssen, sondern selbst wieder angreifen zu dürfen. Auch die Offensive wachte dann Mitte des dritten Viertels auf und brachte die in der Pause besprochenen Anpassungen auf den Platz. Das hatte nach immer besser werdenden Runs dann zur Folge dass Cengiz Arslan seinen wohl verdienten ersten Karriere-Touchdown erlief, der zusätzlich mit durchschnittlich 12,7 Yards pro Run der beste Spieler der Offensive an diesem Tage war.

Wie schon gegen Heidelberg hatten die Eagles Blut geleckt und präsentierten sich immer besser. Aber auch Offenburg ließ sich nicht lumpen. Durch einen weiteren langen Drive konnte das Heimteam die langsam ermüdende Defense des SSV noch einmal schlagen und auf 38:08 erhöhen. Im direkten Gegenzug war es dann Benny Kotraci, der einen langen Touchdown auf seinen TE Dominik Wolmertshäußer warf und auch die 2-Point Conversion durch einen Wurf auf Marcel Falk erfolgreich verwandelte. Nachdem beschriebenen Ballgewinn durch den On-Side Kick hatte Reutlingen einmal mehr das Angriffsrecht, konnte beinahe durch Marcel Falk noch auf 38:22 verkürzen, was durch gutes Spiel der Offenburger Passverteidigung verhindert wurde, und so blieb es beim Endstand von 38:16.

Das Resume des Wochenendes muss folgendes sein. Die Eagles schlagen sich zum zweiten Mal selbst, besonders durch schlechtes Spiel auf allen Seiten des Balls in der ersten Halbzeit. Die Ernüchterung ist besonders groß da die neuen taktischen und personellen Maßnahmen der Offseason in der zweiten Saison noch nicht so greifen, wie die Verantwortlichen sich das ausgemalt hatten, sondern mehr Zeit brauchen. Für Trainer und Spieler bleiben aber auch positive Dinge: Das Klima im Team stimmt. Trotz aussichtsloser Situation spielten die Eagles in Halbzeit zwei fairen, guten Football und konnten mit gehobenen Köpfen den Platz verlassen. Die Eagles treten bereits am kommenden Sonntag, 30.04. in Kuchen gegen die Mammuts an und wollen dort zwei gute Halbzeiten zeigen und wollen verhindern, dass sie zur Halbzeit wieder einen so großen Rückstand hinterher laufen müssen.
Am 14.5.2017 steht dann am Muttertag endlich das erste Heimspiel in Degerschlacht an.

Die gesamte Eagles Mannschaft wünscht dem schwer verletzten Christophe Sorne eine schnelle Genesung!

MVP Defense: Lukas Grampp
MVP Offense: Cengiz Arslan